Unsachgemäß entsorgte Gasflasche verursacht Brand im Mainzer Müllheizkraftwerk
29.07.2026: Mainz
Eine unsachgemäß entsorgte Propangasflasche hat am Mittwochmorgen, dem 29. Juli 2026, einen Brand im Müllheizkraftwerk auf der Ingelheimer Aue in Mainz verursacht. Die Feuerwehr Mainz wurde um 08:17 Uhr durch die automatische Brandmeldeanlage zu dem Betrieb in der Gaßnerallee alarmiert. Vor Ort bestätigte sich ein Feuer im Bereich der sogenannten Sperrmüllschere, woraufhin weitere Einsatzkräfte nachalarmiert wurden. Auch der Rettungsdienst war zur Absicherung der Feuerwehr im Einsatz.
Beim Eintreffen der Feuerwehr war die Annahmehalle bereits geräumt und stark verraucht. Die automatische Löschanlage des Müllheizkraftwerkes hatte das Feuer zu diesem Zeitpunkt bereits begrenzt. Zwei Trupps gingen unter Atemschutz von zwei Seiten zur Brandbekämpfung vor. Das Feuer konnte schnell unter Kontrolle gebracht und ein Übergreifen auf den angrenzenden Müllbunker verhindert werden. Anschließend kontrollierten die Einsatzkräfte die Anlage und führten Nachlöscharbeiten durch. Nach gut einer Stunde war der Einsatz beendet.
Nach Angaben des Betreibers war eine Propangasflasche in die Zerkleinerungswalzen der Sperrmüllschere geraten. Dabei wurde die Flasche aufgerissen. Das austretende Gas entzündete sich und führte zu einer Explosion mit anschließendem Brand im sogenannten Schubbett. Insgesamt waren 35 Einsatzkräfte mit zehn Fahrzeugen vor Ort. Verletzt wurde niemand.
Während des laufenden Einsatzes hatte die Feuerwehr die Bevölkerung gebeten, den betroffenen Bereich zu meiden und die Zufahrtswege für die Einsatzkräfte freizuhalten. Außerhalb des Müllheizkraftwerkes waren nach Angaben der Feuerwehr keine Auswirkungen zu erwarten. Im Umfeld der Ingelheimer Aue kam es jedoch zu einem erhöhten Aufkommen an Einsatzfahrzeugen.
Der Einsatz ist nicht der erste Brand im Müllheizkraftwerk auf der Ingelheimer Aue. Seit Oktober 2022 lassen sich mindestens fünf voneinander unabhängige Brandereignisse einschließlich des aktuellen Einsatzes öffentlich nachvollziehen. Betroffen waren dabei überwiegend vorgelagerte Bereiche, in denen angelieferter Abfall angenommen, gelagert, zerkleinert oder für die Verbrennung vorbereitet wird. Ein Brand in einem der eigentlichen Verbrennungsöfen wurde dagegen nicht öffentlich bekannt.
Am 14. Oktober 2022 war gegen 07:30 Uhr ein Schwelbrand in einem Schredder beziehungsweise im Bereich der Abfallaufbereitung ausgebrochen. Der Brand führte unter anderem in Mainz-Mombach zu wahrnehmbarem Brandgeruch. Die Bevölkerung wurde über die Warn-App NINA informiert, eine Gefahr für Anwohnende bestand nach Angaben der Feuerwehr jedoch nicht. Das betroffene Material wurde gelöscht und anschließend aus der Anlage entfernt. Gegen 11:30 Uhr war der Einsatz beendet. Verletzt wurde niemand.
Am Abend des 27. Februar 2023 löste gegen 22:15 Uhr erneut die automatische Brandmeldeanlage des Müllheizkraftwerkes aus. Im Müllbunker hatte sich gelagerter Abfall entzündet. Aufgrund des dichten Rauchs war der Brandherd für die Einsatzkräfte nur schwer erreichbar. Die Feuerwehr versuchte daher, das Feuer über mehrere Öffnungen des großen Betonbunkers zu bekämpfen. Insgesamt waren sechs Fahrzeuge und 19 Einsatzkräfte beteiligt. Gegen 01:50 Uhr konnte das Feuer gelöscht werden. Auch bei diesem Einsatz wurde niemand verletzt. Der Betrieb konnte am folgenden Tag ohne Einschränkungen fortgesetzt werden.
Bereits am 9. März 2023 kam es zu einem weiteren Feuer in der Anlage. Gegen 11:30 Uhr wurde damals ebenfalls ein Brand in der Sperrmüllschere gemeldet. Mitarbeitende hatten die Anlieferhalle und angrenzende Bereiche beim Eintreffen der Feuerwehr bereits geräumt. Wegen der starken Rauchentwicklung mussten die Einsatzkräfte unter schwerem Atemschutz vorgehen. Nachdem das Feuer unter Kontrolle gebracht worden war, wurde der Müllberg mithilfe eines betriebseigenen Krans auseinandergezogen und anschließend mit Schaum abgelöscht. Der Einsatz dauerte bis etwa 13:30 Uhr. Messungen in der Umgebung ergaben keine erhöhten Werte. Die Müllverbrennung konnte weiterlaufen, lediglich die Anlieferung wurde vorübergehend unterbrochen.
Zu einem besonders umfangreichen Einsatz kam es am 19. August 2025. Gegen 18 Uhr löste die Brandmeldeanlage aus, nachdem angelieferter Abfall im Müllbunker beziehungsweise in einem vorgelagerten Bereich des Müllheizkraftwerkes in Brand geraten war. Die Rauchentwicklung war zeitweise weithin sichtbar und nahm während des Einsatzes erneut deutlich zu. Rund 130 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, mehrerer Freiwilliger Feuerwehren und weiterer Hilfsorganisationen waren vor Ort. Zusätzlich wurde eine Drohne eingesetzt, um mögliche Hitzequellen zu lokalisieren. Die Bevölkerung wurde über Warn-Apps vor Rauch, Geruch und möglichen Sichtbehinderungen gewarnt. Messfahrzeuge stellten jedoch keine auffälligen Werte fest.
Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, da der Brandherd tief im Müllbunker lag und durch den dichten Rauch kaum zu erkennen war. Der normalerweise eingesetzte Greiferkran konnte das brennende Material nicht sicher lokalisieren. Die Feuerwehr setzte daher unter anderem Löschschaum ein und musste die unter Atemschutz arbeitenden Einsatzkräfte regelmäßig austauschen. Gegen 23:30 Uhr war der Brand gelöscht. Verletzt wurde niemand. Bereits am folgenden Morgen konnten der Betrieb und die Müllanlieferung wieder regulär aufgenommen werden.
Die Feuerwehr Mainz weist nach dem aktuellen Einsatz erneut darauf hin, dass Gasflaschen und Akkus niemals über den Rest- oder Sperrmüll entsorgt werden dürfen. Unsachgemäß entsorgte Akkus, Batterien und Gaskartuschen verursachten regelmäßig Explosionen und Brände in Müllfahrzeugen und Entsorgungsanlagen. Gasflaschen müssen bei geeigneten Rücknahmestellen oder Wertstoffhöfen abgegeben werden. Akkus und Batterien können im Handel oder an kommunalen Sammelstellen zurückgegeben werden. Falsch entsorgte Gefahrstoffe gefährden sowohl die Beschäftigten der Entsorgungsbetriebe als auch die eingesetzten Einsatzkräfte.
Vor Ort waren unsere Fotografen Theo Weber und Maximilian Weber.

















