Schwerer Verkehrsunfall als Übungsszenario auf der L 413
22.09.2026: Mainz / Nieder-Olm, LK Mainz-Bingen
Am Dienstagabend, dem 22. September 2026, haben die Freiwilligen Feuerwehren Nieder-Olm und Mainz-Ebersheim gemeinsam auf der L 413 zwischen Nieder-Olm und Mainz-Ebersheim für den Ernstfall trainiert. Im Bereich der ehemaligen Gutsschenke Horn wurde dafür ein komplexer Verkehrsunfall mit mehreren verletzten Personen simuliert. Im Mittelpunkt standen neben der technischen Rettung insbesondere die Zusammenarbeit der beteiligten Einsatzkräfte, die Kommunikation mit dem Rettungsdienst und der Aufbau gemeinsamer Führungsstrukturen über kommunale Grenzen hinweg.
Das angenommene Szenario begann mit einem medizinischen Notfall während der Fahrt. Ein in Richtung Nieder-Olm fahrender Pkw kam in der Übungslage von der Landesstraße ab, überschlug sich mehrfach und kam nach dem Aufprall an einem Baum zum Stehen. Durch das Ausweichmanöver eines unbeteiligten Fahrzeugs entstand gleichzeitig ein zweites Unfallgeschehen. Damit wurden die Einsatzkräfte mit mehreren Betroffenen und einer kombinierten Lage aus technischer Hilfeleistung und medizinischer Versorgung konfrontiert.
Der Übungseinsatz begann bewusst so realitätsnah wie möglich mit einem simulierten Notruf über die 112. Anschließend wurden Feuerwehr und Rettungsdienst über die regulären Strukturen alarmiert und fuhren die Einsatzstelle an. Die eingesetzten Führungskräfte mussten sich zunächst selbst einen Überblick über die Lage verschaffen, die angrenzenden Bereiche erkunden und anschließend die notwendigen Maßnahmen einleiten.
Als Grundlage für die Abarbeitung waren die Einsatzstichworte H2 und MANV 5 vorgesehen. Ein Schwerpunkt lag daher auf der Sichtung und Priorisierung der verletzten Personen und der daraus resultierenden Festlegung der Rettungsmaßnahmen. Gleichzeitig sollte überprüft werden, ob der vorgesehene Kräfteansatz für eine derartige Lage ausreicht und wie die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und medizinischer Einsatzleitung funktioniert.
Die konkrete taktische Einteilung wurde den eingesetzten Führungskräften überlassen. Nach den Überlegungen der Übungsplanung bot sich eine Aufteilung in zwei feuerwehrseitige Einsatzabschnitte sowie einen Bereich für die medizinische Einsatzleitung an. Die Führungskräfte der Feuerwehren Nieder-Olm und Mainz-Ebersheim mussten zudem eine gemeinsame Einsatzleitung bilden. Gerade die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Einheiten sowie zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst gehörte zu den zentralen Übungszielen.
Trainiert wurden darüber hinaus die Abläufe zwischen Einsatzstelle, Feuerwehr-Einsatzzentrale und Leitstelle. Auch die Einbindung weiterer Stellen und externer Beteiligter, darunter Presse und öffentlicher Nahverkehr, war Bestandteil der Übungsplanung. Ziel war damit nicht allein die möglichst schnelle Befreiung der angenommenen Unfallopfer, sondern die möglichst vollständige Abbildung einer größeren Einsatzlage mit ihren unterschiedlichen organisatorischen und kommunikativen Schnittstellen.
Um auch für den Rettungsdienst einen möglichst realistischen Übungseffekt zu erzielen, kamen echte Statisten beziehungsweise Verletztendarsteller zum Einsatz. Insgesamt waren für das Szenario drei bis fünf Mimen vorgesehen. Zusätzlich standen unter anderem zwei Unfallfahrzeuge, eine Nebelmaschine und eine Reanimationspuppe für die Darstellung der Übungslage zur Verfügung. Auch ein Bagger gehörte zu den für die Vorbereitung vorgesehenen Hilfsmitteln.
Auf Seiten des Rettungsdienstes waren mehrere Kräfte einschließlich eines Notarztes in die Übung eingebunden. Auch Übungsbeobachter begleiteten den Ablauf. Die Feuerwehr-Einsatzzentrale Nieder-Olm war über die Übung informiert. Die Polizei nahm aufgrund einer größeren Parallelveranstaltung nicht aktiv an der Übung teil, war jedoch über die Maßnahme in Kenntnis gesetzt worden. Die Straßensperrung übernahm der Landesbetrieb Mobilität. Beteiligt waren auf Feuerwehrseite die nach der Alarm- und Ausrückeordnung vorgesehenen taktischen Einheiten der Freiwilligen Feuerwehren Nieder-Olm und Mainz-Ebersheim.
Die Vorbereitungen für die Übung begannen bereits gegen 16 Uhr. Gegen 18 Uhr war nach der Planung das Eintreffen weiterer an der Vorbereitung beteiligter Kräfte vorgesehen. Gegen 18:50 Uhr wurde die L 413 durch den Landesbetrieb Mobilität vollständig gesperrt, ehe gegen 19 Uhr der eigentliche Übungseinsatz begann. Rund eineinhalb Stunden später, gegen 20:30 Uhr, endete die praktische Übungsphase. Anschließend folgten Aufräumarbeiten und gegen 21 Uhr eine gemeinsame Nachbesprechung.
Für die Öffentlichkeit war die Vollsperrung der L 413 im Vorfeld für einen größeren Zeitraum von 18 Uhr bis voraussichtlich 21:30 Uhr angekündigt worden. Der Verkehr wurde währenddessen über den Weinbergring, die K 34 Nieder-Olmer Straße, die K 34 Ebersheimer Straße sowie die K 35 beziehungsweise K 15 Zornheimer Straße umgeleitet. Als Zweck der Maßnahme war offiziell angegeben worden, die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr zu erhalten und weiter zu verbessern.
Eine besondere Rolle spielt bei derartigen Übungen die Lage der L 413 unmittelbar an der Grenze zwischen dem Mainzer Stadtgebiet und der Verbandsgemeinde Nieder-Olm. Während die Freiwillige Feuerwehr Mainz-Ebersheim organisatorisch zur Feuerwehr Mainz gehört, ist die Freiwillige Feuerwehr Nieder-Olm Teil der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Nieder-Olm. Bei größeren Einsatzlagen in diesem Bereich können somit Kräfte unterschiedlicher kommunaler Strukturen gemeinsam gefordert sein. Genau diese organisationsübergreifende Zusammenarbeit bildete einen wesentlichen Bestandteil der Übung.
Die beiden Feuerwehren haben bereits Erfahrung mit gemeinsamen größeren Übungslagen. Schon im September 2022 führten Nieder-Olm und Mainz-Ebersheim ihre damals als erste gemeinsame Einsatzübung bezeichnete Übung durch. Auch seinerzeit stand ein umfangreicher Verkehrsunfall im Mittelpunkt. Simuliert wurde damals ein Unfall mit vier beteiligten Fahrzeugen, darunter ein umgestürzter Pkw, aus dem eine Person gerettet werden musste.
Mit der erneuten gemeinsamen Übung auf der L 413 trainierten die Einsatzkräfte nun erneut die Bewältigung eines komplexen Verkehrsunfalls mit mehreren Betroffenen. Neben technischen und medizinischen Maßnahmen stand dabei vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie Führung, Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Organisationen und über die Verwaltungsgrenze hinweg unter möglichst realitätsnahen Bedingungen funktionieren.
Vor Ort waren unsere Fotografin Nicole Rauscher und Fotografen Elias Kelm und Jan Matern.






















































































































































