Übung MANV: Katastrophenschutz in Mainz 2026

MANV-Szenario in Mainz: Katastrophenschutz und Kliniken trainieren den Ernstfall

13.06.2026: Mainz

Am Samstag, dem 13.06.2026, führten Einheiten des Katastrophenschutzes und Rettungsdienstes aus Mainz sowie dem Leitstellenbereich Mainz an der MEWA Arena eine groß angelegte Übung der medizinischen Gefahrenabwehr durch. Im Mittelpunkt stand die sogenannte Transportorganisation im Rahmen eines angenommenen Massenanfalls von Verletzten (MANV).

Als Ausgangslage wurde ein fiktiver Tribüneneinsturz im Mainzer Stadion angenommen. Während die unmittelbare Versorgung der Verletzten lediglich angenommen wurde, konzentrierte sich die Übung auf den nachfolgenden Abschnitt der Einsatzbewältigung: die strukturierte Verteilung und den Transport der Patienten in geeignete Krankenhäuser.

Hierfür wurden zahlreiche Verletztendarsteller in Patientenablagen registriert, gesichtet und entsprechend ihrer Behandlungsdringlichkeit kategorisiert. Anschließend erfolgte die koordinierte Zuweisung zu Rettungsmitteln und Kliniken. Ziel war es, jeden Patienten mit dem passenden Rettungsmittel möglichst schnell und bedarfsgerecht in die richtige Klinik zu transportieren.

Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Nutzung einer digitalen Schnittstelle zur Krankenhauszuweisung. Über diese konnten die Kliniken bereits vor Eintreffen der Patienten Informationen zu Verletzungsmustern und Behandlungsbedarf erhalten. Gleichzeitig wurden freie Behandlungskapazitäten berücksichtigt, um die Patienten möglichst effizient auf die beteiligten Krankenhäuser zu verteilen.

Parallel trainierten die Mainzer Krankenhäuser ihre internen Abläufe für die Aufnahme und Versorgung einer größeren Anzahl von Patienten. Besonders die Schnittstelle zwischen Rettungsdienst und Klinik stand dabei im Fokus. Nach der Übergabe wurden die Patienten erneut beurteilt und den jeweiligen Behandlungsbereichen zugeführt.

Dr. med. Tobias Voß, Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Marienhaus Klinikum Mainz, betonte die Bedeutung solcher Übungen für die Kliniken. Ereignisse mit einer größeren Anzahl von Verletzten seien keine rein theoretischen Szenarien. Ziel sei es daher, die bestehenden Alarm- und Einsatzpläne regelmäßig unter möglichst realistischen Bedingungen zu überprüfen und sicherzustellen, dass die vorgesehenen Abläufe im Ernstfall funktionieren. Insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst, Katastrophenschutz und Krankenhaus sowie die internen Versorgungsstrukturen würden dadurch trainiert.

Die Übung wurde federführend durch die Organisatorischen Leiter Rettungsdienst Mainz/Mainz-Bingen gemeinsam mit dem Sachgebiet Katastrophen- und Zivilschutz der Feuerwehr Mainz geplant und vorbereitet. Übungsleiter Justin Weisang, Organisatorischer Leiter Rettungsdienst der Stadt Mainz und des Landkreises Mainz-Bingen, erklärte, dass bewusst der Bereich der Transportorganisation im Mittelpunkt gestanden habe. Ziel sei es gewesen, „den richtigen Patienten mit dem richtigen Rettungsmittel in die richtige Klinik zu transportieren“ und gleichzeitig die digitale Anbindung der Krankenhäuser zu erproben.

An der Übung beteiligten sich zahlreiche Einsatzkräfte und Fahrzeuge des Katastrophenschutzes aus dem Leitstellenbereich Mainz, Führungseinheiten verschiedener Hilfsorganisationen, Verletztendarsteller sowie die beiden Mainzer Krankenhäuser. Die Transporte zwischen der MEWA Arena und den beteiligten Kliniken wurden dabei unter realitätsnahen Bedingungen durchgeführt. Neben der praktischen Zusammenarbeit der Einsatzkräfte wurden auch Kommunikationswege, Führungsstrukturen und bestehende Einsatzkonzepte überprüft.

Nach Einschätzung der Übungsleitung verlief die Übung insgesamt erfolgreich. Neben bereits gut funktionierenden Abläufen konnten auch einzelne Herausforderungen und Optimierungsmöglichkeiten identifiziert werden. „Wir haben direkt Schnittstellen gesehen, denen wir uns jetzt noch einmal annehmen müssen, aber eben auch gesehen, dass die bestehenden Konzepte funktionieren“, resümierte Weisang nach Übungsende. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun ausgewertet und in die Weiterentwicklung der Einsatzkonzepte einfließen.

Auch aus Sicht der Kliniken verlief die Übung positiv. Dr. Voß zeigte sich mit dem bisherigen Verlauf zufrieden und betonte, dass die anfängliche Dynamik und das unvermeidbare Maß an Chaos bei einer solchen Lage erwartet worden seien. Entscheidend sei, diese Phase durch klare Strukturen und vorbereitete Konzepte möglichst kurz zu halten – genau dies sei ein wesentliches Ziel der Übung gewesen.

Die Übung diente insgesamt dazu, die Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen weiter zu stärken und die Einsatzbereitschaft für größere Schadenslagen in Mainz und der Region nachhaltig zu verbessern.

Vor Ort waren unsere Fotografen Lisa Simon, Felix Geib und Maximilian Weber.

 

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