Kilometerweit sichtbare Rauchwolke – Großbrand bei REMONDIS in Gundersheim
06.06.2026: Gundersheim, LK Alzey-Worms
Am Samstagnachmittag, dem 06.06.2026, wurden Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei gegen 16:15 Uhr aufgrund mehrerer Notrufe zu einem Brand auf dem Gelände der REMONDIS GmbH im Gewerbegebiet „An der Weidenmühle“ in Gundersheim alarmiert. Bereits auf der Anfahrt war eine massive Rauchentwicklung sichtbar. Augenzeugen berichteten von einer mehrere Kilometer weit sichtbaren Rauchsäule sowie von Flammen, die bereits aus größerer Entfernung zu erkennen gewesen seien. Zudem kam es in der Umgebung zu einer starken Geruchsbelästigung.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte bestätigte sich die gemeldete Lage. Nach Angaben von Feuerwehr und Polizei stand ein überdachter Lagerplatz auf dem Betriebsgelände des Entsorgungsunternehmens in Brand. Unmittelbar nach der Ankunft wurden umfangreiche Löschmaßnahmen eingeleitet und die Einsatzstelle großräumig abgesperrt.
Die Feuerwehr rückte zunächst mit dem Einsatzstichwort „B2 – Grundstufe“ aus. Aufgrund der raschen Brandausbreitung und der starken Rauchentwicklung wurde die Alarmstufe bereits um 16:28 Uhr auf „B3 – Grundstufe“ erhöht. Im weiteren Verlauf wurden zahlreiche zusätzliche Einsatzkräfte aus dem gesamten Landkreis Alzey-Worms nachalarmiert.
Neben Feuerwehren aus der Verbandsgemeinde Wonnegau kamen auch Kräfte aus den Verbandsgemeinden Alzey-Land, Alzey-Stadt, Monsheim, Eich, Wöllstein und Wörrstadt zum Einsatz. Zur Unterstützung wurden weitere Tanklöschfahrzeuge, zusätzliche Atemschutzgeräteträger sowie eine Drohnenstaffel alarmiert. Auch die Führungsstrukturen wurden erweitert und mehrere Führungs- und Kommunikationseinheiten in die Einsatzbewältigung eingebunden.
Neben dem Rettungsdienst standen zur Absicherung des Einsatzes auch zwei Bereitstellungsrettungswagen (B-RTW) des Katastrophenschutzes an der Einsatzstelle bereit. Darüber hinaus wurde die Schnelleinsatzgruppe Verpflegung (SEG-V) alarmiert, um die Versorgung der zahlreichen Einsatzkräfte während des langwierigen Einsatzes sicherzustellen.
Aufgrund der örtlich eingeschränkten Wasserversorgung musste die Feuerwehr eine umfangreiche Löschwasserversorgung über lange Wegstrecken aufbauen. Zusätzlich wurde Löschwasser aus einem nahegelegenen Bach entnommen. Im weiteren Verlauf wurde die Wasserversorgung durch einen Pendelverkehr mit Löschfahrzeugen sichergestellt.
Aufgrund der massiven Rauchentwicklung gab die Feuerwehrleitstelle Mainz um 16:46 Uhr über das Modulare Warnsystem (MoWaS) eine Gefahreninformation für das Gewerbegebiet Gundersheim heraus. Zusätzlich erfolgten Lautsprecherdurchsagen in den betroffenen Ortschaften. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, das betroffene Gebiet zu meiden, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten.
Die Rauchentwicklung hatte erhebliche Auswirkungen auf den Straßenverkehr. Für die A61 in Fahrtrichtung Koblenz im Bereich Gundersheim sowie für die L386 zwischen Gundersheim und dem Abzweig nach Hochborn wurden Verkehrswarnungen wegen Sichtbehinderungen durch Rauch herausgegeben. Nach Angaben der Polizei musste zudem eine angrenzende Landstraße zeitweise gesperrt werden. Die Sperrungen der L386 sowie der Autobahn 61 konnten im weiteren Verlauf wieder aufgehoben werden.
Mit zunehmender Einsatzdauer wurden weitere organisatorische Maßnahmen erforderlich. Gegen 17:53 Uhr wurde ein Feuerwehrgerätehaus innerhalb der Verbandsgemeinde Wonnegau besetzt, um den Grundschutz während des laufenden Großeinsatzes sicherzustellen.
Während der Nachlöscharbeiten kam es zu einem Teileinsturz eines vom Brand betroffenen Gebäudebereichs. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden hierbei keine Einsatzkräfte verletzt. Die Einsatzmaßnahmen mussten aufgrund der veränderten Gefahrenlage entsprechend angepasst werden.
Nach Angaben von Feuerwehr und Polizei waren insgesamt rund 90 Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort im Einsatz. Die eingeleiteten Löschmaßnahmen zeigten Wirkung, sodass der Einsatz am späten Abend in die Phase der Nachlöscharbeiten überging. Diese werden nach Angaben der Einsatzleitung voraussichtlich bis in die Morgenstunden andauern.
Die Warnungen für die Gemeinden Westhofen, Hochborn und Monzernheim wurden im Laufe des Abends aufgehoben. Die Warnung für den Bereich Gundersheim sowie die A61 blieb zunächst bestehen.
Nach aktuellem Kenntnisstand gibt es weiterhin keine Hinweise auf verletzte Personen. Zur Brandursache, zur Höhe des entstandenen Sachschadens sowie zum genauen Hergang des Brandes konnten zunächst keine Angaben gemacht werden. Die entsprechenden Ermittlungen dauern an.
Bereits am Vortag war es auf einer anderen Betriebsstätte der REMONDIS GmbH in Welgesheim im Landkreis Mainz-Bingen zu einem Brand gekommen. Dort hatte ein Mülllager auf dem Betriebsgelände Feuer gefangen und einen stundenlangen Feuerwehreinsatz ausgelöst. Ob zwischen beiden Ereignissen ein Zusammenhang besteht, ist derzeit nicht bekannt.
Vor Ort war unser Fotograf Felix Döring.























