Notfall am Bahnhof Trechtingshausen: ICE evakuiert

Stoffaustritt in ICE bei Trechtingshausen – Zug mit 177 Reisenden evakuiert

03.06.2026: Trechtingshausen, LK Mainz-Bingen

Am Mittwochabend, dem 03.06.2026, wurden Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei gegen 20:00 Uhr mit dem Einsatzstichwort „Geruch chemisch unklar“ an den Bahnhof Trechtingshausen alarmiert.

Nach ersten Erkenntnissen wurde in einem ICE in Fahrtrichtung Köln, der am Gleis 2 des Bahnhofs stand, im Wagen 12 ein stechender Geruch festgestellt. Zudem wurde dem Rettungsdienst zunächst eine bewusstlose Person gemeldet. Mehrere Reisende klagten über Atemwegsbeschwerden, woraufhin umfangreiche Einsatzmaßnahmen eingeleitet wurden.

Wie die Deutsche Bahn dem SWR mitteilte, wurde der ungewöhnliche Geruch zunächst durch das Zugpersonal festgestellt. Der ICE legte daraufhin gegen 20:10 Uhr einen außerplanmäßigen Halt im Bahnhof Trechtingshausen ein, um die Türen des betroffenen Zuges zu öffnen und eine Belüftung zu ermöglichen.

Nach dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte und einer ersten Lageerkundung wurde das Einsatzaufkommen erhöht. Neben weiteren Rettungswagen und einem zusätzlichen Notarzt wurde auch die Abschnittsleitung Gesundheit des Landkreises Mainz-Bingen mit einem Organisatorischen Leiter Rettungsdienst sowie einem Leitenden Notarzt alarmiert. Zusätzlich kamen Kräfte einer Sanitätseinheit zur Unterstützung an die Einsatzstelle.

Wie Einsatzleiter Sascha Peifer, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe, erklärte, kam es infolge eines technischen Defekts im ICE zum Austritt eines Stoffes. Um eine Gefährdung der Fahrgäste auszuschließen, wurde der Zug vollständig evakuiert. Insgesamt befanden sich nach Angaben der Deutschen Bahn 177 Reisende an Bord des Zuges.

Alle Fahrgäste wurden durch den Rettungsdienst und die eingesetzten Sanitätskräfte medizinisch gesichtet und untersucht. Nach Angaben der Einsatzleitung wurde eine Person verletzt. Bei den übrigen 176 Reisenden wurden keine Auffälligkeiten festgestellt. Die Fahrgäste wurden anschließend auf dem Sportplatz in Trechtingshausen betreut.

Wie Bundespolizeisprecher Stefan Döhn dem SWR bestätigte, wurde ein Zugbegleiter während des Einsatzgeschehens ohnmächtig. Zudem erlitt eine weitere Person eine Panikattacke. Beide Betroffenen wurden durch die eingesetzten Rettungskräfte versorgt.

Während des Einsatzes wurde der Zug durch Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Bundespolizei sowie Mitarbeitende der Deutschen Bahn untersucht. Nach Angaben der Bundespolizei wurde dabei eine bislang nicht identifizierte Flüssigkeit festgestellt. Ob diese mit dem wahrgenommenen Geruch in Zusammenhang steht, war zunächst Gegenstand weiterer Ermittlungen. Die genaue Ursache des Vorfalls konnte am Abend noch nicht abschließend geklärt werden.

Die Deutsche Bahn organisierte für die betroffenen Fahrgäste einen Schienenersatzverkehr mit Bussen. Nach Angaben des SWR wurden sämtliche technischen Systeme des ICE überprüft, ohne dass dabei Auffälligkeiten festgestellt werden konnten. Der Zug setzte seine Fahrt schließlich kurz vor Mitternacht ohne Fahrgäste fort.

Die Bahnstrecke in Fahrtrichtung Köln war infolge des Einsatzes für mehrere Stunden gesperrt. Nach Informationen des SWR dauerte die Sperrung nahezu vier Stunden an.

Vor Ort war unser Fotograf Robin Scherf.

 

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